|
|
|
 |
Bücher |
 |
 |
 |
Club-Leser |
Lesezeit"Die Welt existiert um ein Buch zu werden!" – Erfolgsautor Umberto Eco formuliert sein bibliophiles Bekenntnis voller Verve und Enthusiasmus. Und der argentinische Schriftsteller und Poststrukturalist Jorge Luis Borges sah im literarischen Leben eine Apotheose – und bemerkte etwas selbstironisch: "Ich ahbe mir das Paradies stets als eine Art Bibliothek vorgestellt!" Nicht jedes Buch fände jedoch einen Platz in den Regalen "der Bibliothek von Babel" – Rezensionen geben da Orientierungshilfe, erleichtern die Spurensuche im belletristichen Dickicht. Egal ob Krimi oder Klassiker, Schmonzette oder Saga, Heimatroman oder Heldenepos – auf den Bücherseiten des Clubs finden Sie Anregungen für ihre individuelle Litera-Tour.
|
Bauer, Dinesh |
Krimi
eBooks waren das Thema auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Der Buchmarkt steht – so scheint es - vor einem tiefgreifenden Umbruch. Die Zukunft gehört der Kindle Edition bei Amazon oder den iBook Store von Apple. Einer der Gründe für den Triumphzug der elektronischen Bücher sind Tablet-Computer und Lesegeräte. Deren Verkaufszahlen explodieren regelrecht–auch in Deutschland. Einen passablen Reader gibt es mittlerweile bereits für 60 Euro.
|
Claudio, Magris - Blindlings |
Roman Von Galionsfiguren, Meeresmelancholie und Folterknechten. Der Ich Erzähler Salvatore Cippico schickt einen mehr oder weniger irrealen Irrenarzt sprich den Leser in einen Irrgarten, führt ihn wie ein Cicerone des Imaginären durch die labyrinthisch, verschlungenen Traumpfade seiner gequälten Seele. "Blindlings" – der neue Roman des italienischen Vorzeige-Intellektuellen Claudio Magris entwirft ein beängstigendes Szenario europäischer Abgründigkeiten, ein Drama dessen Ende sich in den Untiefen der einer entmenschlichten Vergangenheit verorten lässt. Der große Essayist, der an der Uni Triest deutsche Literatur lehrt, hat einen dunkelgründigen, komplexen, in bestimmten Passagen sprachlich brillanten Roman geschrieben.
|
Eco, Umberto - Geschichte der Schönheit |
Sachbuch Ecco, Eco! Umberto Eco feierte am 5. Januar seinen 75sten Geburtstag. Oft wurde der italienische Erfolgsschriftsteller mit Hauptwohnsitz in Mailand als letzter Universalgelehrter bezeichnet. Zweifelsohne ist der rundliche "Professore" mit Prophetenbart und Intellektuellenbrille ein Chamäleon: Büchernarr und Literat, Kolumnist und Philosoph, Koryphäe und Experte für Semiotik, Ästhetik und die Welt des Mittelalters. Umberto Eco beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Fragen und Problemen der Ästhetik, der Philosophie der Perfektion, der Kunsthistorie als Spiegel des Schönen. Was ist "bildschön", was wirkt attraktiv, was hässlich und abstoßend? Warum fand man zu Rubens Zeiten vollbusige Frauen mit prallen, drallen Formen erotisch anziehend, schickt man heute gertenschlanke, langbeinige Models auf den Laufsteg?
|
Pamuk, Orhan - Rot ist meine Name |
Roman
"Rot ist mein Name" ist einer der facettenreichsten, orginellsten und programmatischten Werke Pamuks. Obwohl die Handlung im Istanbul des Jahres 1591 spielt, hat dieser Roman etwas Gleichnishaftes, Zeitloses. Der historische Hintergrund fungiert als ferner Spiegel, in dem der aktuelle Konflikt zwischen westlicher und islamischer Welt aufscheint. Verknüpft werden die verschlungenen Schicksalsfäden der verschiedenen Erzähler darunter auch ein Baum, der Satan, eine Münze oder eben die Farbe Rot über ein geheimes Buch, genauer gesagt über die darin abgebildeten Wunderwerke persischer und osmanischer Buchmalkunst. Die Ausgangslage ist schnell erzählt: Die besten Buchmaler der Stadt am Goldenen Horn machen sich auf Befehl des Padischahs daran, Gesichtern und Gegenständen – wie bei den verhassten "Franken" - individuelle Züge zu verleihen, perspektivisch zu malen und die Welt nicht wie Allah von oben, aus der Vogelperspektive zu betrachten. Ein unerhörtes, revolutionäres Unterfangen. Das Buch soll als Geschenk für den Dogen dienen und ihm Reichtum und Macht des Sultans vor Augen führen.
|
Remes, Ilkka - Höllensturz |
Thriller In einer globalisierten Welt gibt es keinen sicheren Hort, keine Insel der Seligen mehr: in den unendlichen Weiten des nördlichen Finnlands finden Wilderer die Leiche einer jungen Frau. Kurz darauf passieren in der verschlafenen Kleinstadt Pudasjärvi zwei weitere Morde: alle drei Opfer sind junge Frauen, die sich bereits seit ihrer Schulzeit kannten und den Laestadianern, einer christlich, fundamentalistischen Glaubensgemeinschaft angehörten. Und der Mörder hat ihnen ihr Erkennungszeichen ein silbernes Kreuz vom Hals gerissen.
|
Roth, Joseph - Radetzkymarsch |
Klassik
Der "Enkel des Helden" erkennt, daß eine neue Zeit angebrochen ist. Er selbst erweist sich allerdings als unfähig, sich den Herausforderungen zu stellen und wird zum nihilistischen Verächter, der seinen Seelenschmerz im "Neunzigprozentigen" ersäuft. Sein unstetes, von innerer Leere und Ziellosigkeit bestimmtes Leben als Leutnant in einer tristen Garnisonsstadt Galiziens spiegelt die bornierte Engstirnigkeit des von Klassenschranken und Kastendenken geprägten Militarismus wieder. Roth spart nicht an ätzender Gesellschaftskritik, mildert diese aber durch einen feinen, hintergründigen Humor.
|
Swann, Leonie - Glennkill |
Krimi Der unter dem Pseudonym Leonie Swann verfasste Krimi ist gewiss kein Thriller, der mit dramatischen Wendungen und der Inszenierung von Gewalt aufwartet und so für Spannung und kribbelnde Gänsehaut sorgt. Dafür sind die Schafe einfach zu süß und drollig, dafür sind die Wollknäuel einfach zu liebenswert und charmant. Die Geschichte begeistert vielmehr mit schwarzem Humor, feiner Ironie und originellen Ideen. Besonders gelungen sind die kleinen Episoden, in denen der Leser Einblick in die Mythologie, in das Welt- und Gottesbild der Schafe gewinnt und etwas über den bösen Wolfsgeist und das von wolligen Wolkenschafen bevölkerte Paradies der Paarhufer erfährt. Eine wohlig, wollig weiche Lektüre für lange Winterabende.
|
Szerb, Antal - Reise im Mondlicht |
Roman
Der Roman überzeugt durch seinen voluminösen Sprachstil, seine pointierten Formulierungen, seinem prosaischen Esprit und dem zwischen den Zeilen durchschimmernden Lokalkolorit. Äußerst gelungen ist zum Beispiel der Ausflug in die Totenwelt der Etrusker - das immer wiederkehrende Motiv des Buchs ist schließlich, dass Lebenslust und Todessehnsucht untrennbar zusammengehören.
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
Mitglied werden |
Mitarbeiter
- - -
Mitarbeiter & Gäste
- - -
Kooperationen
- - -
Mitglieder werben Mitglieder
- - -
Datenänderung
- - -
Bitte senden an
HVB Club e.V. Am Eisbach 5 80538 München Fax 089/378-33-43650 @Mail andreas.beilich@unicreditgroup.de
|
 |